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Wort zum Monat September 2016

Das größte Jugendfestival der Welt ist katholisch

 

Die Ansprache des Papstes hatte es in sich. Schließlich sprach er zu über einer Million junger Menschen, die auf einem riesigen Feld in Krakau zum Abschluss des Weltjugendtages am letzten Wochenende im Juli zusammengekommen waren. Die Dämmerung war bereits fortgeschritten und das Feld Campus Misericordiae war zu einem riesigen Lichtermeer geworden. Alle Pilger hatten Schlafsack und Isomatte dabei, schließlich wollte man auf dem Feld übernachten, um dann am nächsten Morgen die Heilige Messe mit dem Papst als Abschluss des Weltjugendtages zu feiern.
Bei der Vigil, dem Abendgebet, fand der Papst eindrückliche Worte für die Jugendlichen.
Er sprach von den „Sofa-Jugendlichen“, die mit 20 Jahren innerlich schon in Pension gehen, die das Glück, die Größe und Weite des Lebens mit der Bequemlichkeit des Sofas verwechseln. Um sich einzuschließen, sich nicht mehr für den Nächsten zu interessieren. „Das „Sofa-Glück“ ist wahrscheinlich die lautlose Lähmung, die der Jugend am meisten schaden kann“ sagte der Papst.
„Heute spreche ich von den jungen Menschen, die im Schlaf versunken, duselig und benommen sind, während andere – vielleicht die lebendigeren, aber nicht die besseren – für uns über die Zukunft entscheiden. Gewiss, für viele ist es einfacher und vorteilhafter, duselige und benommene Jugendliche zu haben.“
Franziskus rüttelte die Jugendlichen förmlich auf:
„Und ihr, ich frage euch: Wollt ihr verschlafene, duselige, benommene Jugendliche sein?“ Nein!, scholl es dem Papst entgegen. „Wollt ihr aufgeweckt sein?“ Ja! riefen Hunderttausende zurück. „Wollt ihr für eure Zukunft kämpfen?“ Ja“ – tönte es ihm überzeugt entgegen.
Der Papst sprach von einer neuen Generation, die trotz der Hinwendung zur den eigenen Traditionen und Werten keine Angst vor Fremden habe.
"Wir wollen nicht den Hass mit noch mehr Hass besiegen, die Gewalt mit noch mehr Gewalt besiegen, den Terror mit noch mehr Terror besiegen!".
Was der Mann in Weiß auf der riesigen Bühne ansprach, das hatten die jugendlichen Pilger aus aller Welt bereits in den vergangenen Tagen erlebt. Sie hatten Krakau, die stolze mittelalterliche Stadt, in das größte und internationalste Jugendfestival der Welt verwandelt. Beeindruckend war die Stimmung, die in diesen Tagen über der ganzen Stadt lag. In der Altstadt konnte man sich kaum bewegen in diesen Tagen, sie war förmlich geflutet von Pilgern aller Nationen. Ob es junge Chileninnen waren, die begeistert Alexis-Sanchez-Rufe skandierten oder bannertragenden Chinesen mit Spitzhüten oder Senegalesen in traditionell bunter Kleidung oder Italiener, die immer und überall die lautesten waren – zu spüren war eine Freude, Teil eines großen Ganzen zu sein, einer weltumspannenden und – in diesen Tagen – vor allem jungen Gemeinschaft der katholischen Kirche.
Was alle in diesen Tagen gelernt hatten? Das Motto dieser Tage zu verinnerlichen: Selig sind die Barmherzigen! Und das von diesem Jugendfestival mit zurück nach Hause zu nehmen. Dass es doch einen Unterschied macht, wie jeder einzelne lebt. Dass es doch einen Unterschied macht, an was ich glaube. Dass es doch einen Unterschied macht, ob ich als junger Mensch an eine Zukunft voller Hoffnung glaube. Das hatten wir in diesen Tagen neu gelernt. Der nächste internationale Weltjugendtag findet 2019 in Panama statt.

Kaplan Marc-Anton Hell
Pfarradministrator